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14.03.2022

Mit dem Vierbeiner auf Reisen

Urlaub ist Familiensache! Und der Hund gehört natürlich dazu. Dank guter Planung und Vorbereitung wird die Auszeit vom Alltag für alle zu einer enspannten und erholsamen Zeit.

Den treuen Begleiter im Urlaub zu Hause lassen? Kommt für viele Hundebesitzer nicht in Frage! Warum auch, denn der Vierbeiner gehört mit zur Familie und gerade im Urlaub haben Frauchen und Herrchen doch endlich mal Zeit für ausgedehnte Spaziergänge und Spielzeiten! Ideal für den Hund: wenn das Zuhause einfach mitkommt. Kein Problem mit Campervan, Wohnmobil oder Wohnwagen! Das Verreisen mit einem Freizeitfahrzeug macht den Urlaub mit Hund in vielen Aspekten unkomplizierter und einfacher. Vor allem dann, wenn Sie bei der Urlaubsplanung einige Dinge beachten und die Bedürfnisse Ihres Hundes mit in die Reiseplanung einbeziehen (Checkliste am Ende des Artikels).

Reiseziel

Ganz am Anfang steht die Frage: wo soll es hingehen? Für viele Hundebesitzer selbstverständlich: nur dahin, wo sich alle wohlfühlen und wo der Vierbeiner willkommen ist. Im Hinblick auf den Hund heißt dies, dass er das Klima vertragen sollte, dass er die Einreisebestimmungen erfüllen kann, dass die Hunderasse und das Mitführen eines Haustieres im Wohnmobil oder Wohnwagen in dem Land erlaubt ist sowie dass es keine Quarantänevorschriften für Haustiere gibt. Reine Städtereisen wird man als Hundebesitzer weniger in Erwägung ziehen, da diese zum einen für das Tier eher Stress bedeuten und zum anderen in vielen Einrichtungen wie Restaurants und Museen Hunde keinen Zutritt haben.

Sofern das Reiseland feststeht, steht die Auswahl eines Stell- oder Campingplatzes an.  Entscheidendes Kriterium: Hunde erlaubt. Besser sogar noch: Hunde willkommen! Machen Sie sich mit den Regeln des Campingplatzes hinsichtlich Haustieren vertraut: gibt es eine Leinen- und / oder Maulkorbpflicht? Gilt diese überall auf dem Platz, also auch beim Campervan, Wohnmobil oder Wohnwagen? Wie hoch sind die zusätzlichen Gebühren für Hunde? Einige hundefreundliche Campingplätze verfügen auch über Hundeduschen, Hundewiesen, Hundespielplätze oder bestimmte ‘Hundezonen’.  Auch wichtig: dass der gebuchte Platz, auf dem das Reisemobil oder Wohnwagen steht, genügend Schatten hat, so dass der Hund an Sonnentagen Schutz suchen kann.

Entscheidend für das Wohlbefinden aller wird auch sein, zu welcher Zeit Sie unterwegs sind. Sofern Sie keine Kinder im schulpflichtigen Alter haben, bietet sich das Verreisen außerhalb der Schulferien an. So haben Sie und Ihr Vierbeiner mehr Ruhe vor Ort und oftmals die Wander-, Waldwege und Strände für sich.

Sofern Ihr Motto Urlaub am Meer, am See oder in der Nähe eines Nationalparks lautet: erkundigen Sie sich vorab, ob Hunde am Strand, am See oder im Nationalpark erlaubt sind. Ist der ganze Strand für Hunde geöffnet? Oder gibt es nur Teilabschnitte? An manchen Stränden sind Hunde auch nur außerhalb der Saison gern gesehene Gäste; in den Urlaubsmonaten, in denen es mehr Menschen an den Strand zieht, haben Hunde dann leider keinen Zutritt mehr.

Einreise- und Wiedereinreisebestimmungen

Next: welche Einreisebestimmungen für Tiere hat das ausgewählte Reiseland? Welche Impfungen sind vorgeschrieben und zu welchem Zeitpunkt vor der Einreise müssen sie erfolgen? 

Wichtig für Reisen innerhalb der EU ist, dass Ihr Hund über einen gültigen EU-Heimtierpass mit eingetragenen Impfbescheinigungen verfügt. Auch die Tollwutimpfung ist innerhalb der EU vorgeschrieben: die Erstimpfung muss mindestens 21 Tage vor Abreise erfolgen, bei einer fristgerechten Auffrischungsimpfung muss dieser Zeitabstand nicht eingehalten werden. Die Behandlungsvorschriften gegen Parasiten wie Beispielsweise Bandwürmer variieren von Land zu Land, hier die Bestimmungen des jeweiligen Reiselandes überprüfen. Wird eine Zecken- und Herzwurmprophylaxe empfohlen?

Hunde müssen zudem für Reisen innerhalb der EU gechippt sein, sofern sie ab dem 3. Juli 2011 das erste Mal gekennzeichnet wurden. Hatte das Tier bereits vor diesem Stichtag eine Tätowierung als Kennzeichnung, die noch gut lesbar ist, ist ein zusätzlicher Chip nicht notwendig. Eine Registrierung bei Tasso ist zu empfehlen.

Einige Nicht-EU-Ländern haben die EU Regeln übernommen, bei anderen sind länderspezifische Besonderheiten zu beachten, über die Sie sich vorab am besten bei der Botschaft des jeweiligen Reiselandes informieren. Hierunter fallen nicht nur Einreisebestimmungen, auch die Wiedereinreisebedingungen in die EU sollte man kennen: Wer aus bestimmten Ländern zurück in die EU will, muss bei der Einreise beispielsweise einen Antikörpernachweis für Tollwut erbringen. Diesen Tollwutantikörpertest bei Ihrem Tier müssen Sie also bereits vor der Abreise durchführen lassen; das geht frühestens 30 Tage nach der Tollwutimpfung.

Bei der Reise nicht zu vergessen ist zudem die Reiseroute: sofern Übernachtungen und Zwischenstopps auf der Durchreise eingeplant sind, müssen auch die Bestimmungen dieser Länder beachtet werden. 

Nutzen Sie eine Fähre oder einen Autozug? Nehmen diese Hunde überhaupt mit und welche Vorschriften gibt es hinsichtlich Hunden hier? Diese am besten schriftlich bestätigen lassen, so dass Sie vor Ort auf der sicheren Seite sind.

Weitere Vorbereitungen zuhause, Reiseapotheke

Nachdem Sie die Bestimmungen des jeweiligen Reiselandes und der Durchreiseländer kennen, überprüfen Sie, ob alle wichtigen Dokumente vorliegen und wann Sie welche Dokumente beantragen müssen bzw. wann welche Impfungen notwendig sind, um alle Fristen einhalten zu können. Für die Impfungen und einen generellen Gesundheitscheck rechtzeitig einen Termin beim Tierarzt machen. 

Bei diesem Termin können Sie zudem gleich abklären, was Sie in die Reiseapotheke Ihres Vierbeiners packen sollen. Mit dabei sein sollten natürlich eine ausreichende Dosierung der Medikamente, die der Hund braucht, Impfausweis, Medikament gegen Übelkeit und Durchfall, Heilsalbe für Kratzer und rissige Pfoten, Zeckenschutz und -zange, Verbandsmaterial und -schere, Einweghandschuhe, Fieberthermometer, Desinfektionsmittel, Antibiotikum sowie die Telefonnummer des Tierarztes.

Auch auf der Liste der Dokumente: eine Kopie des Haftpflichtversicherungsnachweises Ihres Hundes, Anmeldeunterlagen des Hundes für den Campingplatz, eventuell Bestätigungen für Mitnahme des Hundes auf Fähre.  

Vor der ersten langen Reise mit einem Campervan, Wohnmobil oder Wohnwagen macht es Sinn, den Hund an das Reisen und Wohnen im Fahrzeug zu gewöhnen. Legen Sie zuhause bereits sein Körbchen und seine Lieblingsdecke in das mobile Zuhause, lassen Sie ihn alles erkunden und seinen Nachmittagsschläfchen schon mal dort halten. Vielleicht bekommt er ja sein Frühstück auch eine Woche vor Abfahrt bereits jeden Tag im Reisemobil? Verbringen Sie Zeit mit dem Hund im Camper, Wohnmobil oder Wohnwagen und zeigen Sie ihm, dass das Fahrzeug zu seinem Zuhause dazugehört.

Oder Sie starten mit einem Wochenendausflug, bevor es auf eine längere Urlaubsreise geht. So können Sie auch gleichzeitig Ihren Hund an das Reisen und Autofahren selber gewöhnen, sofern er noch nicht mit Transportbox oder mit dem Hundesicherheitsgurt vertraut ist.

Eine Sicherung Ihres Hundes bei der Fahrt ist in der Straßenverkehrsordnung vorgeschrieben und im Grunde aus Liebe zu Ihrem treuen Begleiter eine Selbstverständlichkeit. Sofern Sie eine Transportbox verwenden, muss diese sicher befestigt werden. Die Box sollte der Hundegröße entsprechend ausfallen und mit einer gemütlichen Decke bestückt sein. Bei der Transportbox sollten Sie zudem einen Ort aussuchen, den Sie auch während der Fahrt sehen können und der gleichzeitig vor direkter Sonneneinstrahlung und Zugluft geschützt ist und an dem es zu keinem Hitzestau kommen kann. Alternativ bietet sich ein spezieller Sicherheitsgurt bzw. Hundegeschirr an. In Kombination mit dem Autosicherheitsgurt hat Ihr Hund so einen sicheren Sitz- bzw. Liegeplatz.  

Reiseroute

Das Schöne bei der Planung der Reiseroute und der Reisezeiten: mit Campervan, Wohnmobil und Wohnwagen sind Sie flexibel! Sie bestimmen, wieviel Kilometer Sie am Stück fahren, wie oft Sie Pause machen und wann Sie losfahren. Für die Fahrstrecke gilt das Motto ‘Der Weg ist das Ziel’: für Ihren Vierbeiner sind mehrere Pausen mit Spaziergängen ideal. Außerdem tut ihm ein ausgedehnter Spaziergang zum Auspowern vor Fahrtantritt sicherlich gut.

Packliste

Der Tierarztbesuch ist erledigt, die Dokumente sind alle vorhanden, alle Formalitäten erledigt, der Hund hat sich an sein zweites Zuhause und das Fahren im Reisemobil oder Zugwagen gewöhnt und jetzt steht die erste Urlaubsreise an. Was packe ich ein, was nehme ich mit?

Halsband oder Hundegeschirr, Hundemarke mit Urlaubsadresse, Reisezeitraum und Ihrer Handynummer (+49) sowie Leine und Ersatzleine werden Sie automatisch auf die Einpackliste setzen. Zusätzlich hilfreich: eine Schleppleine und ein Erd- bzw. Bodenanker. Denn zum einen wird es höchstwahrscheinlich zwischen Ihnen und Ihrem Stellplatznachbarn keinen Zaun geben und zum anderen herrscht auf den meisten Stell- und Campingplätzen Leinenpflicht.

Zudem sollten Sie einen Maulkorb mitnehmen, auch wenn es in dem Reiseland oder Ihrem Campingplatz keine generelle Maulkorbpflicht für die Rasse Ihres Hundes gibt. Eventuell brauchen Sie diese aber für Strand- oder Seeabschnitten, in Restaurants oder anderen Einrichtungen.

Was Ihr Vierbeiner als erstes Einpacken würde? Das Lieblingsspielzeug natürlich!

Und als nächstes das Lieblings-Hundefutter ... Kann man theoretisch auch vor Ort kaufen, wenn es die gewohnte Sorte dort gibt. Denn viele Hundebesitzer sind der Meinung, dass man dabei bleiben sollte. Für den Hund ist eh schon alles neu und ungewohnt, da kann es hilfreich und für ihn gesünder sein, wenn er das für ihn übliche Futter bekommt. Also vor der Fahrt ausrechnen, wieviel man (großzügig kalkuliert) ungefähr braucht. Den Dosenöffner nicht vergessen ... Und wenn doch klar wird, dass das Futter nicht reichen wird und das gewohnte Futter nicht zu bekommen ist? Dann bietet es sich an, die neue Sorte rechtzeitig zu besorgen und nach und nach mit dem gewohnten Futter zu mischen. Auch praktisch, sofern Ihr Hund es mag: Trockenfutter, denn es muss nicht gekühlt werden und hält verschlossen recht lange.

Ein Reise-Trinknapf mit Anti-Schwapp-Funktion macht durchaus Sinn, weil unnötige Feuchtigkeit im Campervan, Wohnmobil oder Wohnwagen vermieden werden sollte. Auch für die Futternäpfe gibt es spezielle Reisenäpfe, die sich platzsparend falten lassen, eine Gummimatte zum Unterlegen bietet sich an.

Während der Fahrt sollte Ihr Hund immer ausreichend Wasser zur Verfügung haben. Hierfür kann Wasser in Flaschen abgefüllt werden, die dann das Befüllen des Wassernapfs einfacher machen, oder aber man besorgt sich spezielle Hundetrinkflaschen. Futter unterwegs ist eine eher individuelle Sache: generell heißt es, dass ein Tier vor und auf der Fahrt nicht zu viel essen sollte, da auch Vierbeiner unter Reiseübelkeit leiden können. Am besten bei kürzeren Fahrten vorab ausprobieren und dann die Leckerlis mitnehmen, die Ihr Hund verträgt oder vor Fahrtantritt und während der Fahrt nicht füttern. Sofern Sie in die Berge fahren: den Druck auf den Ohren, der für uns Menschen meist unangenehm ist, verspüren auch die Hunde. Hier können Kauknochen oder Kausnacks helfen.

Hundematte, Decke oder Körbchen gehören auf die Packliste, oder aber einfach die Lieblingsdecke. Eine Ersatzdecke ist empfehlenswert, und auch ansonsten machen sich Laken oder Decken für die Sitze im Fahrzeug und ein extra Bettbezug für die Matratzen schnell bezahlt.

Und weiter geht es mit Tüchern aller Art: Handtücher zum Abtrocknen, kleine Extrahandtücher für die Pfoten, Bodentücher zum Auswischen des Campervans, Wohnmobils oder Wohnwagen.

Hunderegenmantel. Ist nicht jedermanns bzw. jedes Hundes Sache, aber wer nach einem Spaziergang im Regen schon einmal einen nassen Hund im Campervan hatte, der sich das Wasser aus dem Fell schüttelt, der kann sich eventuell mit dem Gedanken eines Regenschutzes anfreunden. Und da wir schon bei dem Thema ‘Schutz’ sind: auch ein Pfotenschutz kann ratsam sein.

Aufregung und warmes Wetter führen dazu, dass Hunde deutlich mehr haaren als gewöhnlich. Deshalb gehören Bürsten und Kamm für die Fellpflege auf die Liste der ‘must-haves’. Ihr Hund hat kurzes Fell? In diesem Fall an Sonnencreme oder aber einen Hundemantel für kältere Temperaturen denken.

Auch Ihr Fahrzeug werden Sie des Öfteren von Hundehaaren, Sand und Schmutz befreien müssen, hier haben sich akkubetriebene Reisestaubsauger bewährt. Ausreichend Hundekotbeutel gehören natürlich auch selbstverständlich mit auf die Packliste.

Der Einstieg zum Campervan, Wohnmobil oder Wohnwagen kann für manche Hunde zu hoch sein, hier können eine Hunderampe oder -treppe sinnvoll sein, sofern die Fahrzeuge nicht über eine Trittstufe verfügen.

Sonnensegel, Vorzelt, Liegeplatz für den Hund mit Sonnenschutz: denken Sie daran, dass Sie für Ihren Vierbeiner vor Ort an sonnigen Tagen einen schattigen Platz haben.

Eine gute Übersicht über verschiedene Outdoor-Liegeplätze mit Sonnenschutz hat promobil für Sie. Und auch beim Camping-Spezialisten REIMO finden Sie passende Campingausstattung für Ihren Camping Urlaub mit Hund. 

 

Hier nochmal alle Punkte als Checkliste für Sie zusammengestellt (Druckformat Quer / Landscape): 

 

 

Und dann heißt es auch schon: losfahren und den Urlaub genießen! Wir wünschen Ihnen und Ihrem Vierbeiner wunderschöne und erholsame Auszeiten vom Alltag!

 

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